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Früher, in Verkäufermärkten, konnten Unternehmen ihre Kosten einfach zuzüglich Gewinn zum Preis addieren. Auf heutigen Käufermärkten funktioniert das nicht mehr – Target Costing (Zielkostenrechnung) dreht die Logik um: Ausgehend vom Preis, den der Markt zu zahlen bereit ist, wird rückwärts ermittelt, was die Produktion kosten darf.
Merksatz: Der Zielkostenindex (ZKI) vergleicht, wie stark eine Komponente zur Kundenzufriedenheit beiträgt (Komponentengewicht), mit dem, was sie tatsächlich kostet (Kostenanteil).
Was ist Target Costing?
Ein Produkt wird in seine Komponenten zerlegt. Für jede Komponente wird geprüft: Wie sehr trägt sie zur Kundenzufriedenheit bei, und wie hoch ist ihr Anteil an den Gesamtkosten? Weicht das Verhältnis stark ab, ist die Komponente entweder zu teuer kalkuliert oder bietet noch ungenutztes Qualitätspotenzial.
Die Formeln im Überblick
Target Costing Beispielrechnung
Ein Unternehmen verkauft Mixer für Smoothies. Kunden gewichten: Sämigkeit 40 %, Zubereitungsdauer 30 %, Lautstärke 20 %, Bedienbarkeit 10 %.
Der Motor hat einen ZKI von 87,5 (leicht unter 100) – die Kosten übersteigen den Nutzen minimal. Das Sägeblatt hat einen ZKI von 158,33 – der Kundennutzen übersteigt die Kosten deutlich, hier wäre sogar mehr Qualität durchsetzbar.
Typische Fehler beim Target Costing
- Das Komponentengewicht wird nur aus einem Merkmal berechnet statt aus der Summe aller Merkmale.
- Die ZKI-Richtung wird verwechselt: ZKI > 100 ist positiv (Nutzen > Kosten), nicht negativ.
- Kostenanteil und Komponentengewicht werden vertauscht – beide beziehen sich auf unterschiedliche Bezugsgrößen.
Warum ist Target Costing für Wirtschaftsfachwirte wichtig?
Target Costing ist prüfungsrelevant, weil es zeigt, wie modernes Kostenmanagement vom Markt her denkt statt nur die eigenen Kosten zu betrachten – ein zentraler Baustein des strategischen Controllings.
- Kostenanteil und Komponentengewicht sicher berechnen
- Den Zielkostenindex korrekt interpretieren
- Handlungsempfehlungen aus dem ZKI ableiten (Kosten senken vs. Qualität steigern)
- Target Costing von klassischer Kostenrechnung abgrenzen können
Übung zum Target Costing
Wenn du eine Aufgabe zum Target Costing löst, gehe immer in derselben Reihenfolge vor:
- Kostenanteil je Komponente berechnen (Standardkosten ÷ Summe)
- Komponentengewicht je Komponente berechnen (Summe über alle Merkmale)
- Zielkostenindex berechnen (Komponentengewicht ÷ Kostenanteil × 100)
- Ergebnis interpretieren: über/unter 100?
Trainiere Kostenanteil, Komponentengewicht und Zielkostenindex direkt in der App (Premium).
Fazit: Target Costing Schritt für Schritt verstehen
Target Costing wirkt nur auf den ersten Blick abstrakt. Sobald klar ist, dass Kostenanteil und Komponentengewicht zwei unabhängige Größen sind, die über den Zielkostenindex verglichen werden, lässt sich jede Komponente sauber bewerten.
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Häufige Fragen
Was ist Target Costing (Zielkostenrechnung)?
Beim Target Costing wird nicht vom Produkt auf den Preis geschlossen, sondern umgekehrt: Ausgehend vom Preis, den der Markt zu zahlen bereit ist, wird rückwärts ermittelt, was die Produktion kosten darf.
Wie berechne ich den Zielkostenindex?
Zielkostenindex (ZKI) = Komponentengewicht ÷ Kostenanteil × 100.
Was bedeutet ein Zielkostenindex kleiner als 100?
Ein ZKI kleiner als 100 bedeutet, dass der Kostenanteil einer Komponente höher ist als ihr Nutzen für den Kunden. Diese Komponente sollte günstiger gestaltet werden.
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