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Die Prozesskostenrechnung (auch Activity-Based Costing genannt) verteilt Gemeinkosten nicht pauschal über Zuschlagssätze wie im BAB, sondern über tatsächliche Geschäftsprozesse. Das macht die Kostenverteilung genauer – aber auch die Prüfungsaufgaben etwas anspruchsvoller, wenn man das Schema nicht kennt.
Merksatz: Nur Prozesse mit einer eigenen Bezugsgröße (lmi) bekommen einen Prozesskostensatz. Alle anderen (lmn) werden über einen Umlagesatz auf die lmi-Prozesse verteilt.
Was ist die Prozesskostenrechnung?
Statt Gemeinkosten wie beim BAB über pauschale Zuschlagssätze zu verteilen, zerlegt die Prozesskostenrechnung ein Unternehmen in einzelne Teilprozesse (z. B. Erstgespräch, Recherche, Angebotserstellung) und ermittelt für jeden Prozess, was er tatsächlich kostet.
lmi- und lmn-Prozesse im Überblick
Die Formeln im Überblick
Prozesskostenrechnung Beispielrechnung
Ein Fitnesscoach möchte wissen, was ihn ein neuer Klient kostet. Vier Prozesse mit insgesamt 3.100 € Prozesskosten wurden erfasst, dazu 300 € Administration (lmn).
Analog berechnet: Recherche 54,84 €, Planerstellung 13,71 €, Trainings & Einkäufe 21,94 €.
Der Fitnesscoach weiß nun: Ein neuer Klient kostet ihn rund 145,33 € an internem Aufwand – eine Kalkulationsgrundlage, die mit einem pauschalen BAB-Zuschlagssatz so nicht möglich wäre.
Typische Fehler bei der Prozesskostenrechnung
- lmi- und lmn-Prozesse werden verwechselt – nur lmi-Prozesse haben eine eigene Bezugsgröße.
- Der Umlagesatz wird auf einen einzelnen Prozess statt auf die Summe aller lmi-Prozesskosten bezogen.
- Mehrere lmn-Kostenstellen werden übersehen oder nicht separat berechnet.
- Prozesskostensatz und Gesamt PK pro Stück werden verwechselt – der Prozesskostensatz ist nur die halbe Rechnung, die Umlage fehlt noch.
Warum ist die Prozesskostenrechnung für Wirtschaftsfachwirte wichtig?
Die Prozesskostenrechnung ist prüfungsrelevant, weil sie zeigt, wie moderne Unternehmen Gemeinkosten differenzierter verteilen als im klassischen BAB – ein Vergleich, der in der Prüfung häufig gefordert wird.
- lmi- und lmn-Prozesse sicher unterscheiden
- Prozesskostensatz und Umlagesatz korrekt berechnen
- Gesamtkosten für ein Bezugsobjekt (Kunde, Projekt, Auftrag) ermitteln
- Prozesskostenrechnung von der klassischen Zuschlagskalkulation abgrenzen können
Übung zur Prozesskostenrechnung
Wenn du eine Aufgabe zur Prozesskostenrechnung löst, gehe immer in derselben Reihenfolge vor:
- Prozesse in lmi und lmn einteilen
- Prozesskostensatz je lmi-Prozess berechnen (Prozesskosten ÷ Prozessmenge)
- Summe der lmi-Prozesskosten bilden
- Umlagesatz je lmn-Kostenstelle berechnen (lmn-Kosten ÷ Summe lmi-Prozesskosten)
- Umlage Grundkosten und Gesamt PK pro Stück je Prozess berechnen
- Gesamtkosten für das Bezugsobjekt durch Summenbildung ermitteln
Trainiere Prozesskostensatz, Umlagesatz und Gesamtkosten direkt in der App (Premium).
Fazit: Prozesskostenrechnung Schritt für Schritt verstehen
Die Prozesskostenrechnung wirkt nur auf den ersten Blick komplex. Sobald klar ist, welche Prozesse lmi und welche lmn sind, lässt sich jede Aufgabe über dieselben vier Formeln lösen.
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Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen lmi- und lmn-Prozessen?
Lmi-Prozesse (leistungsmengeninduziert) hängen direkt von einer Menge ab, z. B. Anzahl Erstgespräche oder Stunden Recherche – ihre Kosten lassen sich über einen Prozesskostensatz je Einheit verteilen. Lmn-Prozesse (leistungsmengenneutral), z. B. Administration, fallen unabhängig von der Menge an und werden über einen Umlagesatz auf die lmi-Prozesse verteilt.
Wie berechne ich den Prozesskostensatz?
Prozesskostensatz = Prozesskosten ÷ Prozessmenge. Er gibt an, wie viel eine Einheit des Prozesses kostet.
Wie berechne ich den Umlagesatz für lmn-Kosten?
Umlagesatz = lmn-Kosten ÷ Σ Prozesskosten (aller lmi-Prozesse). Er wird anschließend auf jeden Prozesskostensatz angewendet.
Was ist der Unterschied zwischen Prozesskostenrechnung und BAB?
Der BAB verteilt Gemeinkosten meist pauschal über Zuschlagssätze auf Basis von Einzelkosten. Die Prozesskostenrechnung verteilt Gemeinkosten über tatsächliche Geschäftsprozesse und deren Beanspruchung – das führt zu einer genaueren, verursachungsgerechteren Kostenzuordnung.
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