lmi und lmn – die zentrale Unterscheidung
Bei der Prozesskostenrechnung wird jeder Teilprozess eines Unternehmens erfasst und einer Messgröße (Kostentreiber) zugeordnet – etwa Stunden oder Anzahl. Nicht jeder Prozess lässt sich aber direkt einer Menge zuordnen.
lmi-Prozesse
Leistungsmengeninduziert – hängen direkt von einer Menge ab (z. B. Anzahl Erstgespräche). Prozesskostensatz = Prozesskosten ÷ Prozessmenge.
lmn-Prozesse
Leistungsmengenneutral – fallen unabhängig von der Menge an (z. B. Administration, Geschäftsführung). Werden über einen Umlagesatz verteilt.
Bezugsobjekt
Das, wofür wir die Gesamtkosten wissen wollen – z. B. ein neuer Klient, ein neues Projekt oder ein neuer Auftrag.
Prozesskostensatz berechnen
Umlagesatz für lmn-Kosten berechnen
Da lmn-Prozesse keinen eigenen Kostentreiber haben, werden ihre Kosten anteilig auf die Prozesskostensätze der lmi-Prozesse umgelegt.
Umlage Grundkosten & Gesamt PK pro Stück
Prüfungstipp: Gibt es mehrere lmn-Kostenstellen (z. B. Verwaltung und Geschäftsführung), wird für jede ein eigener Umlagesatz berechnet – die Umlage Grundkosten je Prozess ergeben sich dann aus der Summe aller Umlagesätze mal Prozesskostensatz.
Prozesskostenrechnung Beispielrechnung
Ein Fitnesscoach möchte wissen, was ihn ein neuer Klient kostet. Folgende Prozesse und Kosten wurden erfasst:
| Prozess | Prozesskosten | Menge | Prozesskostensatz | Umlage Grundkosten | Gesamt PK/Stück |
|---|---|---|---|---|---|
| Erstgespräch | 1.000 € | 20 Std. | 50 € | 4,84 € | 54,84 € |
| Recherche | 250 € | 5 Std. | 50 € | 4,84 € | 54,84 € |
| Planerstellung | 250 € | 20 Stk. | 12,50 € | 1,21 € | 13,71 € |
| Trainings & Einkäufe | 1.600 € | 80 Stk. | 20 € | 1,94 € | 21,94 € |
| Summe Prozesskosten | 3.100 € | — | — | — | — |
| Administration (lmn) | 300 € | mengenunabhängig | — | — | — |
300 € ÷ 3.100 € = 0,0968 → 9,68 %
z. B. Erstgespräch: 50 € × 9,68 % = 4,84 €
50 € + 4,84 € = 54,84 € (analog für die anderen Prozesse)
54,84 € + 54,84 € + 13,71 € + 21,94 € = 145,33 €
Der Fitnesscoach weiß nun: Ein neuer Klient kostet ihn rund 145,33 € an internem Aufwand.
Häufige Fehler in der Prozesskostenrechnung
lmi und lmn verwechseln
Nur lmi-Prozesse haben einen eigenen Prozesskostensatz über eine Menge. Lmn-Kosten werden ausschließlich über den Umlagesatz verteilt.
Umlagesatz falsch beziehen
Der Umlagesatz bezieht sich immer auf die Summe der lmi-Prozesskosten – nicht auf einen einzelnen Prozess.
Mehrere lmn-Kostenstellen übersehen
Gibt es mehrere lmn-Kostenstellen, braucht jede ihren eigenen Umlagesatz – die Ergebnisse werden für die Umlage Grundkosten addiert.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen lmi- und lmn-Prozessen?
Lmi-Prozesse (leistungsmengeninduziert) hängen direkt von einer Menge ab (z. B. Anzahl Erstgespräche oder Stunden Recherche) – ihre Kosten lassen sich über einen Prozesskostensatz je Einheit verteilen. Lmn-Prozesse (leistungsmengenneutral, z. B. Administration) fallen unabhängig von der Menge an und werden über einen Umlagesatz auf die lmi-Prozesse verteilt.
Wie berechne ich den Prozesskostensatz?
Prozesskostensatz = Prozesskosten ÷ Prozessmenge. Er gibt an, wie viel eine Einheit des Prozesses (z. B. eine Stunde oder ein Vorgang) kostet.
Wie berechne ich den Umlagesatz für lmn-Kosten?
Umlagesatz = lmn-Kosten ÷ Σ Prozesskosten (aller lmi-Prozesse). Er wird anschließend auf jeden Prozesskostensatz angewendet, um die anteiligen Umlage-Grundkosten zu ermitteln.
Wie berechne ich die Gesamtkosten für ein Bezugsobjekt (z. B. einen neuen Kunden)?
Gesamtkosten = Σ (Gesamt-Prozesskosten pro Stück aller beteiligten Prozesse), wobei Gesamt-Prozesskosten pro Stück = Prozesskostensatz + Umlage Grundkosten je Prozess.
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