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Die Plankostenrechnung gehört zu den Themen, bei denen viele Wirtschaftsfachwirt-Teilnehmer ins Straucheln geraten – nicht weil die Formeln kompliziert sind, sondern weil vier ähnlich klingende Kostenbegriffe (Plankosten, Istkosten, verrechnete Plankosten, Sollkosten) sauber auseinandergehalten werden müssen.
Merksatz: Verrechnete Plankosten rechnen den gesamten Plankostenbetrag proportional zur Istbeschäftigung um. Sollkosten unterscheiden dagegen zwischen fix (bleibt gleich) und variabel (wird umgerechnet).
Was ist die Plankostenrechnung?
Zu Jahresbeginn plant ein Unternehmen eine bestimmte Ausbringungsmenge (Planbeschäftigung) und budgetiert dafür Plankosten je Kostenart. Am Jahresende weicht die tatsächliche Istbeschäftigung fast immer vom Plan ab. Die flexible Plankostenrechnung zerlegt die entstandene Kostenabweichung in zwei erklärbare Ursachen: eine reine Mengen-/Beschäftigungsabweichung und eine Verbrauchsabweichung, die tatsächliches Wirtschaften widerspiegelt.
Die vier Kostenbegriffe im Überblick
Die Formeln im Überblick
Plankostenrechnung Beispielrechnung
Planbeschäftigung 1.000.000 Stück, Istbeschäftigung 900.000 Stück → Beschäftigungsgrad 90 %.
Über alle Kostenarten summiert ergeben sich Σ Verr. Plankosten = 423.000 €, Σ Sollkosten = 435.000 € und Σ Istkosten = 445.000 €.
Die negative Beschäftigungsabweichung entsteht, weil bei geringerer Auslastung die fixen Kosten (Abschreibungen, Miete) nicht mitsinken – die verrechneten Plankosten fallen dadurch niedriger aus als die tatsächlich unveränderten Sollkosten.
Typische Fehler bei der Plankostenrechnung
- Fix und variabel werden verwechselt – nur bei variablen Kosten skalieren die Sollkosten mit dem Beschäftigungsgrad.
- Verrechnete Plankosten werden nur für variable Kosten proportional gerechnet – tatsächlich gilt das für alle Kostenarten.
- Die Abweichungsrichtung wird vertauscht (Istkosten minus Sollkosten statt Sollkosten minus Istkosten).
- Beschäftigungs- und Verbrauchsabweichung werden verwechselt oder gar nicht getrennt betrachtet.
Warum ist die Plankostenrechnung für Wirtschaftsfachwirte wichtig?
Die Plankostenrechnung ist prüfungsrelevant, weil sie Controlling-Grundwissen mit der Fix-/Variabel-Unterscheidung aus BAB, Break-Even und Deckungsbeitrag verbindet.
- Sollkosten und verrechnete Plankosten sicher unterscheiden und berechnen
- Verbrauchs-, Beschäftigungs- und Gesamtabweichung korrekt ermitteln
- Kostenarten richtig als fix oder variabel einordnen
- Abweichungsursachen im Soll-Ist-Vergleich argumentativ erklären können
Übung zur Plankostenrechnung
Wenn du eine Aufgabe zur Plankostenrechnung löst, gehe immer in derselben Reihenfolge vor:
- Beschäftigungsgrad berechnen: Istbeschäftigung ÷ Planbeschäftigung
- Je Kostenart klären: fix oder variabel?
- Verrechnete Plankosten berechnen (immer proportional)
- Sollkosten berechnen (fix unverändert, variabel proportional)
- Verbrauchsabweichung je Kostenart berechnen
- Summen bilden und Beschäftigungs- sowie Gesamtabweichung berechnen
Trainiere Sollkosten, verrechnete Plankosten und die Abweichungsanalyse direkt in der App.
Fazit: Plankostenrechnung Schritt für Schritt verstehen
Die Plankostenrechnung wirkt nur auf den ersten Blick unübersichtlich. Sobald klar ist, dass verrechnete Plankosten immer proportional gerechnet werden und Sollkosten die Fix-/Variabel-Unterscheidung berücksichtigen, lässt sich jede Abweichung sauber herleiten.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Sollkosten und verrechneten Plankosten?
Sollkosten sind die Kosten, die bei der tatsächlichen Istbeschäftigung hätten anfallen dürfen: Fixkosten bleiben unverändert, variable Kosten werden mit dem Beschäftigungsgrad multipliziert. Verrechnete Plankosten werden dagegen immer mit dem vollen Plankostensatz auf die Istbeschäftigung umgerechnet.
Wie berechne ich die Verbrauchsabweichung?
Verbrauchsabweichung = Sollkosten − Istkosten. Sie zeigt, ob bei gegebener Istbeschäftigung wirtschaftlicher oder unwirtschaftlicher gewirtschaftet wurde als geplant.
Woran erkenne ich, ob eine Kostenart fix oder variabel ist?
Fixe Kosten wie Abschreibungen, Miete oder Verwaltung verändern sich nicht mit der Beschäftigung. Variable Kosten wie Fertigungsmaterial oder Fertigungslöhne verändern sich proportional zur Beschäftigung.
Warum ist die Gesamtabweichung die Summe aus Beschäftigungs- und Verbrauchsabweichung?
Weil beide Abweichungen dieselbe Bezugsgröße (die verrechneten Plankosten) teilen: einmal wird gegen die Sollkosten verglichen, einmal – über die Sollkosten je Kostenart – gegen die Istkosten. Addiert man beide, ergibt sich exakt der Vergleich verrechnete Plankosten gegen Istkosten – die Gesamtabweichung.
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