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Die Kostenstellenrechnung ist ein wichtiger Teil der Kosten- und Leistungsrechnung. Sie beantwortet die Frage: Wo sind Kosten im Unternehmen entstanden?

Besonders wichtig ist sie bei Gemeinkosten, denn diese können nicht direkt einem Produkt zugerechnet werden. Deshalb werden sie zunächst auf Kostenstellen verteilt und später über Zuschlagssätze weiterverrechnet.

Merksatz: Die Kostenstellenrechnung steht zwischen Kostenartenrechnung und Kostenträgerrechnung. Sie macht sichtbar, in welchen Unternehmensbereichen Gemeinkosten entstanden sind.

Was ist die Kostenstellenrechnung?

Die Kostenstellenrechnung ordnet Gemeinkosten den Bereichen zu, in denen sie entstanden sind. Typische Kostenstellen sind Material, Fertigung, Verwaltung und Vertrieb. Zusätzlich gibt es oft Hilfskostenstellen wie Energie, Instandhaltung oder Kantine.

Ziel ist eine möglichst verursachungsgerechte Verteilung der Kosten. Dadurch können später Zuschlagssätze berechnet und Produkte realistischer kalkuliert werden.

Ablauf der Kostenstellenrechnung im Überblick

1
Kosten erfassenAus der Kostenartenrechnung werden die Gemeinkosten übernommen.
2
Kostenstellen bildenZum Beispiel Material, Fertigung, Verwaltung und Vertrieb.
3
Kosten verteilenGemeinkosten werden mit passenden Schlüsseln verteilt.
4
Hilfskosten verrechnenInterne Leistungen werden auf Hauptkostenstellen umgelegt.
5
Zuschläge bildenAus den Hauptkostenstellen entstehen Zuschlagssätze.

Hauptkostenstellen und Hilfskostenstellen

In der Kostenstellenrechnung unterscheidet man zwischen Hauptkostenstellen und Hilfskostenstellen.

MaterialstelleHier entstehen Materialgemeinkosten, zum Beispiel Lagerkosten.
FertigungsstelleHier entstehen Fertigungsgemeinkosten, zum Beispiel Maschinenkosten.
Verwaltung / VertriebDiese Kosten werden häufig auf Herstellkosten zugeschlagen.
HilfskostenstellenZum Beispiel Energie, Kantine oder Instandhaltung.
Prüfungstipp: Hilfskostenstellen müssen weiterverrechnet werden. Sie dürfen am Ende nicht einfach stehen bleiben.

Wie werden Gemeinkosten verteilt?

Gemeinkosten werden über passende Verteilungsschlüssel auf Kostenstellen verteilt. Der Schlüssel sollte möglichst zur Kostenart passen.

  • Miete häufig nach Fläche
  • Strom häufig nach Verbrauch oder Maschinenstunden
  • Gehälter häufig nach Personalzuordnung
  • Instandhaltung häufig nach Maschinen oder Aufwand

Kostenstellenrechnung Beispiel

Ein Unternehmen verteilt Gemeinkosten auf vier Hauptkostenstellen:

KostenartGesamtkostenSchlüsselMaterialFertigungVerwaltungVertrieb
Miete10.000 €Fläche2.000 €4.000 €2.000 €2.000 €
Strom8.000 €Verbrauch1.000 €5.500 €700 €800 €
Indirekte Gehälter16.000 €Zurechnung3.000 €6.000 €4.000 €3.000 €
Summe34.000 €-6.000 €15.500 €6.700 €5.800 €

Aus diesen Summen können später Zuschlagssätze für die Kalkulation berechnet werden.

Zusammenhang zwischen Kostenstellenrechnung und BAB

Der Betriebsabrechnungsbogen ist das typische Arbeitsmittel der Kostenstellenrechnung. Er stellt die Kostenarten zeilenweise und die Kostenstellen spaltenweise dar.

Im BAB werden Gemeinkosten verteilt, Hilfskostenstellen verrechnet und am Ende Zuschlagssätze ermittelt. Deshalb gehört die Kostenstellenrechnung direkt zum Verständnis des BAB.

Typische Fehler in der Kostenstellenrechnung

  • Haupt- und Hilfskostenstellen werden verwechselt.
  • Der falsche Verteilungsschlüssel wird verwendet.
  • Hilfskostenstellen werden nicht weiterverrechnet.
  • Zuschlagssätze werden mit der falschen Bezugsbasis berechnet.
  • Zwischenergebnisse werden zu früh gerundet.

Warum ist Kostenstellenrechnung für Wirtschaftsfachwirte wichtig?

Die Kostenstellenrechnung ist prüfungsrelevant, weil sie mehrere Themen verbindet: Kostenartenrechnung, BAB, innerbetriebliche Leistungsverrechnung und Zuschlagskalkulation.

  • Gemeinkosten erkennen und verteilen
  • Kostenstellen richtig unterscheiden
  • BAB-Aufgaben verstehen
  • Zuschlagssätze berechnen
  • Prüfungsfälle sauber begründen
Kostenstellenrechnung aktiv üben.

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Fazit: Kostenstellenrechnung verstehen statt auswendig lernen

Die Kostenstellenrechnung ist keine einzelne Rechenaufgabe, sondern ein logischer Zwischenschritt: Kosten werden dort gesammelt, wo sie entstehen, und anschließend sinnvoll weiterverrechnet.

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Häufige Fragen

Was ist die Kostenstellenrechnung?

Sie zeigt, in welchen Bereichen eines Unternehmens Gemeinkosten entstanden sind.

Warum braucht man Kostenstellenrechnung?

Sie hilft, Gemeinkosten verursachungsgerechter zu verteilen und Zuschlagssätze zu berechnen.

Was ist eine Hilfskostenstelle?

Eine Hilfskostenstelle erbringt interne Leistungen für andere Kostenstellen, zum Beispiel Energie oder Instandhaltung.

Ist Kostenstellenrechnung prüfungsrelevant?

Ja, besonders in Verbindung mit BAB, Zuschlagskalkulation und Vollkostenrechnung.

SW

Stefan Walz

Stefan Walz kommt aus der Praxis und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit betriebswirtschaftlichen Abläufen, Kennzahlen, Prozessoptimierung und Weiterbildung. Mit Wirtschaftsfachwirt Pro entwickelt er eine moderne Lernplattform für angehende Wirtschaftsfachwirte.

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