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Die Zuschlagskalkulation ist ein Verfahren der Vollkostenrechnung. Sie wird genutzt, um die Kosten eines Produktes oder Auftrags zu berechnen und daraus einen Verkaufspreis abzuleiten.

Der Grundgedanke ist einfach: Einzelkosten werden direkt zugerechnet. Gemeinkosten werden nicht direkt zugerechnet, sondern über Zuschlagssätze aufgeschlagen.

Merksatz: Die Zuschlagskalkulation verbindet Einzelkosten, Gemeinkosten und Zuschlagssätze zu Herstellkosten, Selbstkosten und Verkaufspreis.

Was ist die Zuschlagskalkulation?

Die Zuschlagskalkulation ist ein Rechenschema, mit dem Unternehmen die Kosten eines Produktes oder Auftrags kalkulieren. Besonders wichtig ist sie in Unternehmen, in denen viele Gemeinkosten entstehen.

Typische Bestandteile sind Materialeinzelkosten, Materialgemeinkosten, Fertigungseinzelkosten, Fertigungsgemeinkosten, Verwaltungsgemeinkosten und Vertriebsgemeinkosten.

Schema der Zuschlagskalkulation im Überblick

1
MaterialkostenMEK + MGK ergeben die Materialkosten.
2
FertigungskostenFEK + FGK ergeben die Fertigungskosten.
3
HerstellkostenMaterialkosten + Fertigungskosten.
4
SelbstkostenHerstellkosten + Verwaltung + Vertrieb.
5
VerkaufspreisSelbstkosten + Gewinn + weitere Zuschläge.

Welche Zuschlagssätze gibt es?

Die Zuschlagssätze stammen häufig aus dem BAB. Sie dienen dazu, Gemeinkosten auf die passende Bezugsbasis aufzuschlagen.

MGK-ZuschlagMaterialgemeinkosten / Materialeinzelkosten × 100
FGK-ZuschlagFertigungsgemeinkosten / Fertigungseinzelkosten × 100
VwGK-ZuschlagVerwaltungsgemeinkosten / Herstellkosten × 100
VtGK-ZuschlagVertriebsgemeinkosten / Herstellkosten × 100
Prüfungstipp: Achte immer auf die richtige Bezugsbasis. Verwaltung und Vertrieb werden meistens auf die Herstellkosten bezogen.

Zuschlagskalkulation Beispiel

Ein Unternehmen kalkuliert ein Produkt mit folgenden Angaben:

Materialeinzelkosten100,00 €
+ Materialgemeinkosten 20 %20,00 €
= Materialkosten120,00 €
Fertigungseinzelkosten80,00 €
+ Fertigungsgemeinkosten 50 %40,00 €
= Fertigungskosten120,00 €
= Herstellkosten240,00 €
+ Verwaltungsgemeinkosten 10 %24,00 €
+ Vertriebsgemeinkosten 5 %12,00 €
= Selbstkosten276,00 €

Die Selbstkosten zeigen, was das Produkt vollständig kostet. Darauf können Gewinnzuschlag, Skonto, Rabatt oder Umsatzsteuer folgen.

Vom Selbstkostenpreis zum Verkaufspreis

In vielen Prüfungsaufgaben endet die Kalkulation nicht bei den Selbstkosten. Häufig soll zusätzlich ein Angebotspreis oder Listenverkaufspreis berechnet werden.

  1. Selbstkosten berechnen
  2. Gewinnzuschlag addieren
  3. Kundenskonto berücksichtigen
  4. Kundenrabatt berücksichtigen
  5. Umsatzsteuer aufschlagen
Wichtig: Rabatt und Skonto werden in der Vorwärtskalkulation meist „im Hundert“ beziehungsweise „auf Hundert“ gerechnet. Das ist eine typische Fehlerquelle.

Typische Fehler bei der Zuschlagskalkulation

  • Materialgemeinkosten werden auf die falsche Basis bezogen.
  • Fertigungsgemeinkosten werden nicht auf Fertigungseinzelkosten gerechnet.
  • Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten werden nicht auf Herstellkosten bezogen.
  • Selbstkosten und Herstellkosten werden verwechselt.
  • Rabatt und Skonto werden falsch herum gerechnet.

Warum ist die Zuschlagskalkulation für Wirtschaftsfachwirte wichtig?

Die Zuschlagskalkulation ist prüfungsrelevant, weil sie viele Themen zusammenführt: Vollkostenrechnung, BAB, Kostenstellenrechnung, Zuschlagssätze und Preiskalkulation.

  • Herstellkosten und Selbstkosten sicher berechnen
  • Zuschlagssätze richtig anwenden
  • Prüfungsaufgaben strukturiert lösen
  • Fehler bei Bezugsbasen vermeiden
  • Preisuntergrenzen und Angebote besser verstehen

Übung zur Zuschlagskalkulation

Wenn du eine Aufgabe zur Zuschlagskalkulation löst, arbeite immer in derselben Reihenfolge:

  1. Materialeinzelkosten und Materialgemeinkosten berechnen
  2. Fertigungseinzelkosten und Fertigungsgemeinkosten berechnen
  3. Herstellkosten ermitteln
  4. Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten ergänzen
  5. Selbstkosten berechnen
  6. Gewinn und Verkaufspreis kalkulieren
Zuschlagskalkulation aktiv üben.

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Fazit: Zuschlagskalkulation Schritt für Schritt verstehen

Die Zuschlagskalkulation wirkt nur auf den ersten Blick umfangreich. Wenn du das Schema sauber einhältst und die richtigen Bezugsbasen verwendest, lässt sie sich sehr zuverlässig lösen.

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Häufige Fragen

Was ist die Zuschlagskalkulation?

Sie ist ein Verfahren der Vollkostenrechnung, bei dem Gemeinkosten über Zuschlagssätze auf Einzelkosten oder Herstellkosten aufgeschlagen werden.

Was sind Selbstkosten?

Selbstkosten sind Herstellkosten zuzüglich Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten.

Woher kommen die Zuschlagssätze?

Sie werden meistens im BAB über die Kostenstellenrechnung ermittelt.

Ist Zuschlagskalkulation prüfungsrelevant?

Ja, besonders in Rechnungswesen, Kostenrechnung, BAB und Vollkostenrechnung.

SW

Stefan Walz

Stefan Walz kommt aus der Praxis und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit betriebswirtschaftlichen Abläufen, Kennzahlen, Prozessoptimierung und Weiterbildung. Mit Wirtschaftsfachwirt Pro entwickelt er eine moderne Lernplattform für angehende Wirtschaftsfachwirte.

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