Break-even einfach erklärt
Der Break-even-Point wird auch Gewinnschwelle oder Nutzenschwelle genannt.
An diesem Punkt sind die Erlöse genauso hoch wie die gesamten Kosten.
Vor dem Break-even-Point macht das Unternehmen Verlust, weil die Kosten höher sind als die Erlöse.
Nach dem Break-even-Point entsteht Gewinn, weil jeder weitere Verkauf einen positiven Beitrag zum Ergebnis leistet.
Vor dem Break-even
Die Absatzmenge reicht noch nicht aus, um alle Fixkosten und variablen Kosten zu decken. Das Unternehmen arbeitet im Verlustbereich.
Nach dem Break-even
Die Kosten sind gedeckt. Zusätzliche Verkäufe erhöhen den Gewinn, sofern der Verkaufspreis über den variablen Kosten liegt.
Break-even-Point
Gewinnschwelle
Deckungsbeitrag
Fixkosten
Variable Kosten
Kostenrechnung
Break-even grafisch verstehen
In einer Break-even-Grafik werden Kosten und Erlöse gegenübergestellt.
Dort, wo sich beide Linien schneiden, liegt die Gewinnschwelle.
Gesamtkosten
Erlöse
Gewinnschwelle
Merksatz: Der Break-even-Point ist der Punkt, an dem gilt:
Erlöse = Gesamtkosten. Das Ergebnis ist dort genau 0 €.
Wichtige Begriffe im Vergleich
Damit du den Break-even-Point sicher verstehst, musst du die Begriffe Fixkosten, variable Kosten,
Erlöse und Deckungsbeitrag sauber trennen können.
Kosten-Seite
- Fixkosten: fallen unabhängig von der Produktionsmenge an, z. B. Miete, Gehälter oder Abschreibungen.
- Variable Kosten: steigen mit der Menge, z. B. Material, Verpackung oder Energie pro Stück.
- Gesamtkosten: Fixkosten plus variable Kosten.
Erlös-Seite
- Verkaufspreis: Preis, den der Kunde pro Stück bezahlt.
- Umsatz/Erlös: Verkaufspreis mal Absatzmenge.
- Deckungsbeitrag: Verkaufspreis minus variable Kosten je Stück.
Break-even-Point berechnen
Die wichtigste Formel lautet:
Break-even-Menge = Fixkosten / Deckungsbeitrag je Stück
Deckungsbeitrag je Stück = Verkaufspreis je Stück - variable Kosten je Stück
Alternativ kann auch der Break-even-Umsatz berechnet werden. Dafür wird die Break-even-Menge mit dem Verkaufspreis multipliziert.
Break-even-Umsatz = Break-even-Menge × Verkaufspreis je Stück
Typischer Fehler: Viele verwechseln Umsatz mit Gewinn.
Umsatz bedeutet nur: Verkaufspreis × Menge. Gewinn entsteht erst, wenn alle Kosten abgezogen wurden.
Rechenbeispiel: Break-even-Point
Ein Unternehmen verkauft ein Produkt für 50 € pro Stück.
Die variablen Kosten betragen 30 € pro Stück. Die monatlichen Fixkosten liegen bei 20.000 €.
| Angabe |
Wert |
| Verkaufspreis je Stück |
50 € |
| Variable Kosten je Stück |
30 € |
| Deckungsbeitrag je Stück |
20 € |
| Fixkosten pro Monat |
20.000 € |
Schritt 1: Deckungsbeitrag berechnen
50 € - 30 € = 20 € Deckungsbeitrag je Stück
Schritt 2: Break-even-Menge berechnen
20.000 € / 20 € = 1.000 Stück
Schritt 3: Break-even-Umsatz berechnen
1.000 Stück × 50 € = 50.000 €
Ergebnis: Das Unternehmen muss 1.000 Stück verkaufen, um die Gewinnschwelle zu erreichen.
Ab dem 1.001. Stück entsteht rechnerisch Gewinn.
Wofür nutzen Unternehmen den Break-even-Point?
Der Break-even-Point hilft Unternehmen, wirtschaftliche Entscheidungen besser einzuschätzen.
Besonders bei neuen Produkten, Investitionen, Preisanpassungen oder Absatzplanungen ist er sehr hilfreich.
1Preisentscheidung: Reicht der Verkaufspreis aus, um Kosten zu decken und Gewinn zu erzielen?
2Absatzplanung: Wie viele Stück müssen mindestens verkauft werden?
3Investitionsentscheidung: Lohnt sich eine neue Maschine oder ein neuer Standort?
4Risikobewertung: Wie groß ist der Sicherheitsabstand zwischen geplantem Absatz und Gewinnschwelle?
5Kostenkontrolle: Welche Auswirkungen haben steigende Fixkosten oder variable Kosten?
6Strategische Planung: Ist das Geschäftsmodell bei realistischen Absatzmengen tragfähig?
Fallbeispiel aus der Unternehmenspraxis
Ein Unternehmen möchte einen neuen Onlinekurs anbieten. Für die Erstellung der Inhalte, Technik, Werbung und Betreuung
entstehen monatliche Fixkosten von 6.000 €. Der Kurs kostet 120 €. Pro verkauftem Kurs fallen variable Kosten von 20 €
für Zahlungsabwicklung, Support und Plattformkosten an.
| Position |
Berechnung |
Ergebnis |
| Deckungsbeitrag je Kurs |
120 € - 20 € |
100 € |
| Break-even-Menge |
6.000 € / 100 € |
60 Kurse |
| Break-even-Umsatz |
60 × 120 € |
7.200 € |
Entscheidung: Wenn realistisch mindestens 60 Kurse pro Monat verkauft werden können,
ist das Angebot kostendeckend. Werden deutlich mehr Kurse verkauft, entsteht Gewinn.
Werden dauerhaft weniger Kurse verkauft, muss das Unternehmen Preis, Kosten oder Marketing prüfen.
KI-Infos: Wie künstliche Intelligenz bei Break-even-Analysen helfen kann
KI kann bei Break-even-Analysen helfen, indem sie verschiedene Szenarien schneller durchrechnet und Daten aus mehreren Bereichen kombiniert.
Sie ersetzt aber nicht die unternehmerische Bewertung.
Szenarioanalyse
KI kann simulieren, was passiert, wenn Preise, Kosten oder Absatzmengen steigen oder fallen.
Absatzprognosen
KI kann historische Verkäufe, Saisonverläufe und Markttrends auswerten.
Kostenüberwachung
KI kann auffällige Kostensteigerungen erkennen und frühzeitig warnen.
Preisfindung
KI kann helfen, Preisvarianten zu vergleichen und Auswirkungen auf die Gewinnschwelle zu berechnen.
Wichtig: KI kann gute Entscheidungsgrundlagen liefern.
Die Entscheidung, ob ein Preis am Markt akzeptiert wird oder ein Risiko tragbar ist, bleibt eine Managementaufgabe.
Typische Prüfungsfrage zum Break-even-Point
In Prüfungen wird der Break-even-Point häufig mit einer kurzen Rechenaufgabe und einer anschließenden Interpretation abgefragt.
Aufgabe: Ein Unternehmen hat Fixkosten von 48.000 €.
Der Verkaufspreis beträgt 80 € je Stück. Die variablen Kosten betragen 50 € je Stück.
Berechnen Sie die Break-even-Menge und erklären Sie das Ergebnis.
Musterlösung
Deckungsbeitrag = 80 € - 50 € = 30 €
Break-even-Menge = 48.000 € / 30 € = 1.600 Stück
Das Unternehmen muss 1.600 Stück verkaufen, um alle Kosten zu decken.
Bei 1.600 Stück beträgt das Ergebnis 0 €. Werden weniger verkauft, entsteht Verlust.
Werden mehr verkauft, entsteht Gewinn.
Typische Fehler beim Break-even-Point
- Fixkosten vergessen: Nur variable Kosten zu betrachten, führt zu einem falschen Ergebnis.
- Deckungsbeitrag falsch berechnen: Der Deckungsbeitrag ist Verkaufspreis minus variable Kosten, nicht Verkaufspreis minus Fixkosten.
- Umsatz mit Gewinn verwechseln: Ein hoher Umsatz bedeutet nicht automatisch Gewinn.
- Absatz unrealistisch einschätzen: Die berechnete Menge muss auch wirklich am Markt erreichbar sein.
- Kapazitätsgrenzen ignorieren: Wenn die Produktion nur 800 Stück schafft, bringt eine Break-even-Menge von 1.200 Stück Probleme.
Häufige Fragen zum Break-even-Point
Was ist der Break-even-Point?
Der Break-even-Point ist der Punkt, an dem Erlöse und Kosten gleich hoch sind.
Das Unternehmen macht dort weder Gewinn noch Verlust.
Was ist der Unterschied zwischen Gewinnschwelle und Nutzenschwelle?
Beide Begriffe werden häufig gleich verwendet. Gemeint ist der Punkt, ab dem ein Produkt oder eine Leistung wirtschaftlich vorteilhaft wird.
Warum ist der Deckungsbeitrag wichtig?
Der Deckungsbeitrag zeigt, wie viel ein verkauftes Stück zur Deckung der Fixkosten beiträgt.
Erst wenn alle Fixkosten gedeckt sind, entsteht Gewinn.
Ist der Break-even-Point prüfungsrelevant?
Ja. Besonders in Kostenrechnung, Unternehmensführung, Investitionsentscheidungen und Preisplanung kann der Break-even-Point relevant sein.
Fazit: Break-even zeigt, ab wann es sich lohnt
Der Break-even-Point ist eine zentrale Kennzahl, weil er zeigt, welche Menge oder welcher Umsatz notwendig ist,
um kostendeckend zu arbeiten. Für Unternehmen ist er wichtig, um Preise, Kosten, Absatzmengen und Investitionen besser bewerten zu können.
Für die Prüfung solltest du dir merken:
Fixkosten geteilt durch Deckungsbeitrag je Stück ergibt die Break-even-Menge.
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